Abstinenznachweis: Das Thema mit der Abstinenz

Abstinenznachweis: Das Thema mit der Abstinenz

Das Thema Abstinenznachweis ist wahrscheinlich eines der ersten Dinge, mit denen du dich beschäftigt hast, seitdem du weißt, dass du eine MPU machen musst. Wie das genau abläuft, auf was du achten solltest und was überhaupt der Sinn eines Abstinenznachweises ist, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Kaum ein Begriff ist mehr mit einer MPU verbunden als der des Abstinenznachweises. Und das nicht zu Unrecht, da die meisten ihre Fahrerlaubnis so schnell wie möglich wiedererlangen wollen und nichts steht hier mehr im Weg als ein einjähriger Nachweis seiner mittlerweile abstinenten Lebensweise. Wir gehen jetzt mal davon aus, dass du einen Nachweis für eine positive MPU brauchst und gehen jetzt Schritt für Schritt die wichtigsten Punkte mal zusammen durch.

Als Erstes muss natürlich geklärt werden, über welchen Zeitraum du überhaupt eine Abstinenz erbringen musst. Hier wird auf dem Markt mit viel Lug und Trug gearbeitet, um dir mit falschen Versprechungen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sicher, keiner möchte Zeit verschwenden und jeder will so schnell wie möglich wieder zurück in den Straßenverkehr. Dein Zimmer mit negativen Gutachten zu tapezieren und viel Geld die Toilette runterzuspülen, ist aber auch nicht wirklich zielführend. In diesen beiden Videos erkläre ich dir die verschiedenen Abstufungen von Abstinenznachweisen für Alkohol- und Drogenfragestellungen. Üblich sind hier Zeiträume von 3, 4, 6 und 12 Monaten: Die 4 A(lkohol)-HypothesenDie 4 D(rogen)-Hypothesen

Die nächste Frage ist die nach dem wie? Die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie und die Deutsche Gesellschaft für Verkehrsmedizin haben in den Beurteilungskriterien, die man auch als „MPU-Bibel“ beschreiben könnte, festgelegt, dass nach den Verfahren einer chemisch-toxikologischen Untersuchung Haare und Urin als geeignete Untersuchungsmaterialien für Abstinenzkontrollprogramme gelten. Nachweise über Urin erfolgen dabei über unangekündigte Aufforderungen, meist per SMS, am nächsten Tag im Labor zu erscheinen und eine Urinprobe unter Aufsicht eines Arztes abzugeben. Um eine Verfälschung bzw. Verdünnung des Urins festzustellen, wird dabei anschließend u.a. die Temperatur und der Kreatininwert bestimmt. Für 6 Monate sind 4 und für 12 Monate 6 Urinproben nötig.

Bei Haaren muss man zwischen Alkohol und Drogen unterscheiden. Alkoholkonsum kann nur ca. 3 Monate in Haaren nachgewiesen werden, wobei das bei Drogen über einen Zeitraum von 6 Monaten noch möglich ist. Da man grob davon ausgeht, dass Haare ca. einen cm pro Monat wachsen, wirst du dementsprechend lange warten müssen, bis deine Kopfhaare nach dem Ende deines Konsums lang genug sind, um eine Haarprobe entnehmen zu können. Unter
Umständen ist es jedoch auch möglich, alternativ Brust-, Bart- oder sogar
Schamhaar abzugeben und analysieren zu lassen.

Generell sollte dir bewusst sein, dass Urinproben etwas unbequemer und mit einem gewissen Risiko behaftet sind, solltest du mal eine Aufforderung zur Urinabgabe verschwitzen, jedoch sind diese Programme auch etwas günstiger als die Analyse von Haarproben. Die Preise für solche Nachweise und was sonst noch für Kosten vor deiner MPU auf dich zukommen, erfährst du in diesem Video: MPU Kosten: Was kostet eine MPU insgesamt?

Als Letztes brauchst du natürlich noch ein Labor in deiner Nähe. Dieses Labor muss den Anforderungen der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie in Form einer Akkreditierung nach DIN ISO EN 17025 entsprechen. Um hier ein geeignetes Labor zu finden, unterstützen und beraten wir dich natürlich im Rahmen einer Vorbereitung bei uns.

Doch warum der ganze Terz eigentlich? Das ist doch reine Schikane und Geldmacherei. Naja, du solltest verstehen, dass die Forderung eines Abstinenznachweises sich immer an der Intensität, Dauer und den Gründen deines Konsums orientiert. Es geht hier nicht darum, dich zu bestrafen, sondern nur darum, deine Verzichtsabsicht schwarz auf weiß zu untermauern. Der Nachweis sollte auch nicht als Bewährungsphase oder Fastenzeit verstanden werden, an die sich alte Konsummuster wieder anknüpfen. Es geht vielmehr um den Beginn eines lebenslangen Verzichts auf Alkohol bzw. Drogen.