Trunkenheitsfahrt! Ab wann kommt eine MPU auf mich zu?

Trunkenheitsfahrt! Ab wann kommt eine MPU auf mich zu?

Du wurdest mit Alkohol am Steuer von der Polizei kontrolliert und hast jetzt keine Ahnung, was auf dich zu kommt? Wir erklären dir in diesem Blogbeitrag die wichtigsten Promillegrenzwerte im Straßenverkehr und welche Konsequenzen du in den Wochen nach dem Delikt zu erwarten hast.

Wenn du aus deiner Probezeit raus und über 21 bist, ist ein Promillewert bis 0,49 im Straßenverkehr straffrei, solange du dabei niemanden gefährdest. Sollte es aber zu einem Unfall kommen oder eine andere Art der Gefährdung vorliegen, ist bereits ab 0,3 Promille ein Straftatbestand erfüllt, doch hierzu gleich mehr.

Von 0,5 bis 1,09 Promille spricht man von der relativen Fahruntüchtigkeit. Dabei bewegen wir uns noch im Bereich einer Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld und einem Fahrverbot von einem bis drei Monaten geahndet wird. Vorsicht! Eine wiederholte Auffälligkeit in diesem Bereich kann bereits eine MPU zur Folge haben.

Ab 1,1 Promille gilt eine Fahrt unter Alkoholeinfluss als Straftat, wird dementsprechend durch die Staatsanwaltschaft bearbeitet und endet mit einem richterlichen Urteil. Hier sprechen wir bereits von der absoluten Fahruntüchtigkeit. Delikte ab 1,1 Promille ziehen meist eine hohe Geldstrafe, ein Fahrverbot und bis 1,59 Promille unter Umständen auch direkt den Entzug der Fahrerlaubnis nach sich.

Der Entzug der Fahrerlaubnis unter 1,6 Promille ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn eine Gefährdung im Straßenverkehr oder sog. Zusatztatsachen vorliegen, die wiederum Hinweise auf Alkoholmissbrauch geben. Dazu zählt seit März 2021 übrigens auch das Fehlen von Ausfallerscheinungen. Die Fahrerlaubnis kann dann natürlich nur durch eine MPU wiedererlangt werden.

Ab 1,6 Promille ist der Entzug der Fahrerlaubnis und die Anordnung einer MPU sicher sowohl für das Führen eines fahrerlaubnispflichtigen als auch eines fahrerlaubnisfreien Kfz wie Mofa und E-Scooter sowie eines fahrerlaubnisfreien Fahrzeuges wie Fahrrad oder Tretroller. Sogar als Fußgänger kann ab 1,6 Promille eine MPU angeordnet werden, wenn eine Gefährdung im Straßenverkehr oder verkehrsbezogene Zusatztatsachen bekannt werden.

Du fragst dich jetzt bestimmt, ob du mit deinem damaligen Promillewert einen Abstinenznachweis für deine MPU brauchst. Das kann man in den allermeisten Fällen jedoch nicht alleine am Promillewert festmachen, abgesehen natürlich von besonders hohen Werten. Ab 2,5 Promille wird’s dann schon schwierig ohne Abstinenz. Das ist insofern aber auch verständlich, denn solch hohe Promillewerte haben so gut wie immer eine tiefergehende Alkoholproblematik als Grundlage, weshalb am Alkoholverzicht hier kein Weg vorbeigeht.